Werbungen für Ärzte? Die 6 häufigsten und falschen Gegenargumente

Gabor Csiky-Strauss

11 Jun, 2020

Werbung für Ärzte

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie den Ausdruck „ärztliche Werbungen“ hören? Vielleicht an die dubiosen Kollegen aus der plastischen Chirurgie mit Schönheitsop-s im Angebot? Oder an Kollegen, die Ihr mangelhaftes Fachwissen mit Ihrem professionellen online Praxisauftritt im Internet kompensieren wollen?

Hoffentlich werden Sie Ihre Gegenargumente bis Ende des Blogposts loswerden können.

1. “Ich brauche keine Werbung. Ich habe genug Patienten.”

Sie haben also im Moment einen grossen Patientenstamm und eine stetige Influx von neuen Patienten. Gibt es allerdings eine Garantie dafür, dass diese Tendenz auch künftig stationär bleibt?

Was würde passieren, wenn die Konkurrenz in der Region plötzlich zunimmt? Wenn Sie Ihre bisherige Monopolsituation aufgeben müssten?

Sind Sie auf Zuweiser angewiesen? Was würde geschehen, wenn einige von diesen Zuweiserpraxen das Geschäft aufgeben würden?

Seien sie proaktiv und steuern Sie dagegen, solange es noch nicht zu spät ist.

2. “Ärztliche Werbungen sind doch unethisch.”

Viele Mediziner glauben fälschlicherweise, dass Praxismarketing und ärztliche Werbungen unethisch seien. Für uns Heilberufler gelten natürlich andere und strengere Reglemente als für andere Branchen. Nichtsdestotrotz, solange Sie sich im Praxismarketing an die Vorgaben des Bundes und des FMHs halten, ist der Spielraum auch relativ gross.

Sie sollten auch die andere Seite der Medaille betrachten: wenn Sie davon ausgehen, dass Sie Ihren geschätzten Patienten eine erstklassige medizinische Versorgung gewährleisten können, dann ist Praxismarketing eine ganz simple Massnahme in Ihrer Hand, weiteren Patienten helfen zu können.

3. “Die Bewohner der Gemeinde wissen bereits über uns Bescheid.”

Nicht unbedingt.  Sehr häufig wird das sogenannte Gemeinschaftsbewusstsein von Medizinern überschätzt: Ihr Patientenstamm repräsentiert nicht die ganze Gemeine oder das ganze Einzugsgebiet der Praxis. Außerdem bedeutet Gemeinschaftsbewusstsein auch nicht automatisch, dass die Einwohner der Gemeinde sich automatisch für Sie entscheiden.

4.“Ärztliche Werbungen sind viel zu teuer für mich.“

Möchten Sie etwas Geld einsparen? Die Kürzung Ihres Werbebudgets ist nicht der richtige Weg, um dies zu erreichen. Praxismarketing ist eine Einnahmequelle, keine Kostenstelle. Darüber hinaus sind Werbungen heutzutage dank Google und Facebook nicht nur viel günstiger, sondern auch zielorientierter geworden. Investieren Sie in profitable Werbekampagnen und ich versichere Ihnen, dass ähnlich hohe Renditen nirgendwoanders erreichbar werden.

5. “Keiner reagiert auf ärztliche Werbung; wir sollten daher lieber nicht werben.”

Dieses Argument könnte nicht ferner von der Wahrheit sein. Ärztliche Werbungen sind sehr effektiv, wenn man das richtige Zielpublikum ansprechen kann. Versetzen Sie sich in die Situation Ihrer Patienten hinein: sie wollen meistens schnell einen Heilberufler für ihre gesundheitlichen Anliegen finden – mit Werbungen repräsentieren Sie die ideale Lösung. Falls Sie es nicht tun, dann kümmert sich Ihre Konkurrenz darum.

6. “Ich habe bereits Werbungen aufgeschaltet und nicht eindeutig mehr Anrufe gehabt, meine Marketingmassnahmen funktionieren wohl nicht.”

Dieses Gegenargument könnte in der Tat richtig sein. Offensichtlich ist das Ziel des Praxismarketings, dass Sie am Ende des Tages Ihr Patientenstamm erweitern. Dennoch sind die langfristigen und die auf den ersten Blick meistens nicht sichtbaren Nutzen des Praxismarketings nicht zu unterschätzen.

Meistens müssen Konsumenten in anderen Branchen eine Werbung bis zu 7-8-mal gesehen haben, bis sie sich für ein Produkt oder Dienstleistung entscheiden. Auch wenn die Interessenten Ihre Praxis noch nicht kontaktiert haben, dürfen Sie davon ausgehen, dass Ihre Praxis bereits in den jeweiligen Hinterköpfen behalten ist.

Fazit

Haben Sie es sich jemals überlegt, dass Sie Ihr Budget für Praxismarketing ganz aufgeben? Nur weil es am Anfang nicht so richtig funktioniert hat, wie Sie es sich vorgestellt haben? Falls ja, dann könnte diese Entscheidung bei der Gewinnung von neuen Patienten künftig ein kritischer Fehler sein.

Probieren Sie etwas Neues aus, und stützen Sie diese Entscheidung auf Daten, aber streichen Sie Ihr Werbebudget nicht ganz. Brauchen Sie Hilfe? Nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf!

PraxisNet